Poesie Kategorie Socials

Socials - Seite 8

 

              

 

SONNE DER NACHT

Fahles Licht in tiefen Nächten,
Schattenbilder flackern scheu,
verschwinden und erscheinen neu,
als Beleg für dunkle Mächte.

Wer sonst hätt‘ hier das Sagen,
wenn nicht Trolle, böse Geister,
Zombies oder Hexenmeister,
selbst die Wölfe jaulend klagen.

Dabei spiegelst du nur sacht,
mit deiner Himmelsscheibe,
als Sichel und mit vollem Leibe,
vertrautes Sonnenlicht bei Nacht.

 


©Bild:/Pixabay

 


SchWo

FROSTIG

Ein kalter Ostwind weht
in winterliche Stuben,
der Gashahn abgedreht,
von einem bösen Buben.
Und bläst es noch so kalt,
pfeift eisig durch die Ritzen,
uns wird es nicht sobald
das Gemüt erhitzen.
Der Gerechte wird belohnt
für erlitt'nes Ach und Weh,
anders wär das schon,
schrieb der sich mit 'ä' !

 

 

STANDORT

DORT - in fernen Ländern
wo sich Schrift und Sprache ändern,
es schrecklich heiss und staubig sei,
wie in Hindukusch und Mongolei.
DA HINTEN - ganz weit weg von hier,
bei Unmensch und bei Ungetier,
wo Gefahren anders heißen,
Schlangen und Skorpione beißen.
DRÜBEN - überm großen Teich,
im Büffel- und Indianerreich,
wo groß und frei und weit und wild,
das Waffenrecht noch heute gilt.
DRUNTEN - auf Dschungel oder Wüstenlinie,
bei Kannibal und Beduine,
ist mir das Dasein zu brutal,
das Überleben eine Qual.
DROBEN -  bei Lappe und bei Eskimo,
kein Tag und Nacht, wie anderswo,
dazu noch eisig, einsam, öde,
das ist mir zu blöde.
DRUM DA - in Europa, mittendrin,
macht alles irgendwie auch Sinn,
versteht doch bitte mein Pläsier:
ich bleib am allerliebsten hier.

 


©Bild:/Pixabay

 


© Pixabay

IM SCHATTEN DER BUCHE

Unterm grünen Baldachin
das Leben noch erträglich schien.
Wo draussen Sommerhitze flirrt,
der kühle Geist hier selten irrt.
Er sucht den Blick zum Firmament,
sinniert, wer führt dort Regiment
und übt im nächsten Augenblick
am Staatsbetrieb, harsche Kritik,
auch mit Kirchenpotentaten,
ist er nun in Streit geraten,
selbst die Kicker, faule Bande,
kriegen einen mit, am Rande.
Für Nachbar- und Beziehungsstreit
ist danach auch noch etwas Zeit,
dann hat die Seele plötzlich Ruh
und die Augen fallen zu.

 

VOM GEGENÜBER

Man sitzt im Zug sich vis-a-vis,
die Scheiben sind beschlagen,
trotzdem versucht man irgendwie
den Blick hinaus zu tragen.
Denn gegenüber sitzt nun mal
ein gänzlich Unbekannter,
Stille wird so schon zur Qual,
die Nerven noch gespannter.
Es weichen sich die Augen aus,
schauen zum Boden nieder,
die Berührung ist ein Graus,
beim Strecken müder Glieder.
Erlösend kommt die Zielstation
und in wilder Hatz,
spring ich auf und lauf davon,
verwaist mein Fensterplatz.
Es geht nach Haus mit langem Schritt,
die Frau winkt schon herüber,
da pralle ich zusammen mit
dem Sitzplatz-Gegenüber.
Schon lange leben wir Wand an Wand
und hören durch sie voneinander,
nun reiche ich ihm meine Hand,
er ist nun ein Bekannter.

 


©Bild:OpenClipart-Vectors

 


© Pixabay

DAS KREUZ MIT DEM WORT

Ja, du bist mir rätselhaft,
hast Fragen ohne Ende.
Wo eine Wissenslücke klafft,
ermittelst du behände.
Hauptstadt von Sierra Leone,
der deutsche Komponist,
ein Nebenfluß der Rhone,
was der Duft des Weines ist.
Immer kann ich nur passen,
schüttele bloß den Kopf,
muß die Antwort liegen lassen,
fühl mich als armer Tropf.
Der Blick in Datenbanken
und googeln hilft beizeiten.
Für den bequemen Rater,
hinten die Lösungsseiten.

 

ZUGZWANG

Silbern schlängelt sich,
ein Doppel-Eisenstrang,
durch Berg und Tal
und dem Fluß entlang.
Als Nabelschnur bereit,
verbindet sie große Lücken,
zwischen Ödnis und Geschäftigkeit,
mit Tunneln oder Brücken.
Einem Adern-Netzwerk gleich,
pulsiert darin das Leben,
macht jeden Organismus reich,
im Handel und im Streben.
Viele sind schon lang dabei,
andere rüsten nach geschwind,
bekennen so ganz nebenbei,
daß sie nun Schwellenländer sind.

 


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