Poesie Kategorie Fauna & Flora

Fauna & Flora - Seite 5

 

              

 

PERSEIDEN KOMMEN

In lauer Sommernacht
der Vollmond wacht,
behütet so mein Lauern,
auf die Kometenschauern.

Der Blick sucht permanent
am Nachthimmel-Firmament,
dass ein Licht erblüht
und Sternenstaub verglüht.

Aus des Universums Tiefe
kommen diese Schicksals Grüße.
Mögen sich alle Schnuppen,
als Glücksbringer entpuppen.

Den ersten Wunsch werd ich verwenden,
dass meine Nackenschmerzen enden.


© SchWo

 


© Pixabay

FRÜHLINGSTRICKSER

Draussen wütet der April,
laßt ihn nur machen, was er will.
Er drangsaliert die Frühlingsboten,
Narzissen, Tulpen - die Idioten,
beugen sich Wind und Hagelei
und der ganzen Wetterfolterei.
Dann ist er wieder ganz charmant,
schickt Sonnenstrahlen übers Land,
lockt Hummeln, Bienen ans Buffet,
prompt gibts eine Rusche Schnee.
Mich aber lockt er nicht,
mit Zuckerbrot und mit Verzicht
und frühlingshaftem Allerlei,
ich warte lieber auf den Mai.

 

IM WINTERQUARTIER

Die Wärme und das Federtier
flohen zeitig noch von hier,
bevor der General der Kälte
sich eisig dann zu uns gesellte.

Im Süden lag das Domizil,
der flüchtenden Gesellen,
das Überwintern war ihr Ziel,
an angenehmeren Stellen.

Doch nun zu unserem Glück
kehren sie zu uns zurück,
von südwärts die laue Brise
und Schwalbenschreie,
    - über der Wiese.


© SchWo

 


© Pixabay

VIOLA

In allen Farben, welche Pracht,
das Veilchen in den Frühling lacht
und zeigt mit freundlichem Gesicht,
nach Winterkälte Zuversicht,
drum Christusauge auch genannt,
bist du in aller Welt bekannt.

Zu unrecht dein Name, finde ich,
klingt hier bei uns stiefmütterlich.

 

BACHGEFLÜSTER

Die Sonne scheint zur Stund
bis auf den Kieselgrund,
das Wasser kühl und klar,
das Fisch-Sein wunderbar.
Wasserpflanzen, grün,
sanft in der Strömung wehen
und drüben am Uferrand
beginnt das trockene Land.
Manchmal sieht man dort Gestalten,
die sich ganz verrückt verhalten.
Ich zeig dir mein Geheimnis, komm,
sprach ein Barsch zum Kumpel, schwomm
nach drüben, einfach unvergessen,
hier warfen die mit Brot, zum Fressen.
Da sagt der Freund: ich will nicht quaken,
aber - da gibst doch sicher einen Haken!


© SchWo

 


© Pixabay

WÜSTE ZEITEN

Es ist still. Die Hitze so schrill,
Natur in Schweigen gehüllt.
Leben jetzt Schatten, fern vom Licht,
wo eigentlich das Böse liegt.
Vorübergehend, wie berauscht,
sind gewohnte Rollen vertauscht.
Helles nun Verdammnis heißt,
im Dunkeln weilt der Lebensgeist.
Und wehe dem, der mit Verlaub,
das leugnen will, der wird zu Staub.

 

WETTERFÜHLIG

Dieser Sommer ist bescheiden,
Hochs und Tiefs im Wechselspiel,
erzeugen mir kein Hochgefühl,
kein lebensfrohes Treiben.

Frühe Phasen voller Glut
und bleischwer alles Leben,
sind verwandelt und ergeben
nun eine kühle Regenflut.

Schauer, Sturm und deren Vettern,
stören nur mich, nicht die Natur,
die explodiert in grünem Pur
und ich hör jetzt auf zu wettern.


© SchWo

 


© Pixabay

WINTER

Meist wenn das Jahr zu Ende geht
kommt  der Winter und es schneet.

Plötzlich, binnen einer Nacht,
ist Frau Holle aufgewacht,
schüttelt Betten, tut ihre Pflicht,
bedeckt das Land mit einer Schicht.

Tonnenweise stürzt der Schnee
auf das Land und in den See.
Menschen, Tiere andre Wesen
haben schon gehört, gelesen:

Wenn’s Wetter draußen frostig grimmt,
kommt der Winter, ganz bestimmt.

Und wird das Wasser erst zu Eis,
ist das der sicherste Beweis,
daß in der Natur sich etwas regt,
was alle auf der Welt bewegt.

Das ist die kalte Jahreszeit,
mit ihrem weißen Winterkleid.

Kälte, Frost und nasse Socken,
können manchen Virus locken,
diese bringen dann bei Zeit,
Halsweh, Schnupfen, Heiserkeit.

Arzt und Apotheker grienen,
läßt sich’s dabei gut verdienen.

Um diesem Übel zu entrinnen,
bleiben manche Tiere drinnen,
schließen alle Türen zu,
sind nicht so dumm wie ich und du.

Zu Hause frönen sie ganz brav,
dem langersehnten Winterschlaf.

 

SPÄTSOMMER

Heimlich, früh zur Morgenstund,
zieht nun aus feuchtem Auengrund,
durch Stoppelfelder ganz rasant,
der prächtig goldene Herbst ins Land.
Wie unaufhaltsam er jetzt naht,
im farbenfrohen Festornat
und seiner Kiepe voller Gaben,
um Menschen und Getier zu laben,
denn es ist Überfluß bestimmt,
bevor der Winter frostig grimmt.


© SchWo

 


© Pixabay

MORGENGRAUEN 1

Sanft weicht die Nacht
verliert die Macht,
das schwarze Reich
wird stetig bleich.
Schon zeigt Natur
wieder Kontur
und tritt hervor
der Welt Color
und Pracht besticht
bei Tageslicht.

 

MORGENGRAUEN 2

Noch liegt die Glocke Nacht,
über Stadt und Fluren,
hält unheimliche Wacht,
mit Schatten und Konturen.

Es schimmert schon der Horizont,
gebiert uns eine neue Zeit,
Dunkelheit wird rasch entthront,
weicht heller Herrlichkeit.

Klares Licht dem Auge zeigt,
was just verborgen lag,
wir sind dem Glück nicht abgeneigt,
willkommen Neuer Tag.


© SchWo

 


© Pixabay

MORGENGRAUEN 3

Ganz allmählich, mit Bedacht,
schält der Tag sich aus der Nacht.
Noch herrscht schnödes einheitsgrau,
kein rosenrot, kein veilchenblau,
auch dem Lavendel fehlt zurzeit
sein violettes Sommerkleid.
Dunst liegt wie ein Schleier und
schemenhaft der Wiesengrund.
Von da her weht ein kühler Hauch,
der Tag wird heiß, meint er wohl auch.
Nun hellt sich auf das Firmament,
der frühe Morgen ist bestellt,
vom Horizont, wie ein Fanal,
blitzt der erste Sonnenstrahl
und wie verwandelt sind im Nu,
wieder alle ‚Farben-froh‘.

 

ZU FRÜH GEFREUT

Vehementes grau in grau
so weit das Auge blickt,
übertünchtes Himmelblau
die Lebensfreud erstickt.

Wolkenberge rasen wild
von Horizont zu Horizont,
einheitliches Trauerbild
in unseren Seelen wohnt.

Aufgerissenes Firmament
schickt einen Sonnenstrahl,
illuminierte Jammerwelt
beendet ihre Qual.

Lichterglanz erzeugt akut
ein frohes Herzeklopfen,
in aufgeblühten Lebensmut
fallen dicke Tropfen.


© SchWo

 


© Pixabay

REGENZEIT

Graue Glocke überm Land,
endlos peitscht der Regen.
Erloschen ist der Vogelsang,
ertränkt der Sommersegen.

Kaum Kontrast im Augenlicht,
stetig weht der Schleier.
Verhangen ist die Gipfelsicht,
vorbei die Blütenfeier.

Braune Brühe tüncht Natur,
restlos herrscht die Nässe.
Schummrig jede Farbkontur,
schäbig diese Blässe.

Güldner Glanz im Jammertal,
erledigt stumpfes Ruh'n.
Es genügt ein Sonnenstrahl,
passe` ist der Monsun.