Poesie Kategorie Socials

Socials - Seite 7

 


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OH, DU GRAUSIGE,
verletzlich schöne Weihnachtszeit
die Arme, Herzen gar so weit.
Die Sucht nach Liebe, Harmonie
herrscht in den Tagen wie sonst nie.
Verzeihen, danken, Hilfen geben
erfasst zum Feste beinah jeden.
Gutmenschenzeit sind diese Tage,
mustergültig ohne Frage.
Fürs ganze Jahr könnten sie gelten
wäre Frieden nicht so selten.
Es trifft doppelt schlimm die Seelen
gibt's Terror bei den Krippenspielen.

 

IM WARTEZIMMER

Sorgenschwanger ist die Luft,
vermischt mit Medikamentenduft.
Ernste Gesichter, Blicke gesenkt,
Jeder sich was schlimmes denkt.
Wie im Tunnel die Gedanken.
Zwischen all den andern Kranken,
ploppen Bilder auf aus Zeiten
voll unbeschwerter Heiterkeiten,
wie es mal war, nie mehr sein würde
mit dieser neuen Lebensbürde.
Todgeweihte kommen, gehen,
können ihr Schicksal nicht verstehen.
Schütteln ihr Haupt, gedankenverloren:
Dafür wurde ich geboren?
Da krächzt es aus der Grabesmitte,
markerschütternd: Der Nächste bitte!

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STÜRMISCHES

Es stürmt der Wind
über Acker und Wiese,
dir wäre es lieber,
wenn er das nun ließe.

Er faucht um den Giebel
und schüttelt das Dach,
dir wäre es lieber,
das ließe jetzt nach.

Es poltert am Herzen
der Sturm der Liebe,
dir wäre es lieber,
wenn das so bliebe.

 

 

GIPFELTREFFEN

Zusammenkunft im Hohen Rat;
Amtspersonen im Ornat;
Zwielichtige in Hinterstuben,
ausgebuffte Kerle, Buben;
ordenbehangene Generäle
brüten über Angriffspläne;
in Raucher- und Gentlemens-Clubs,
wie auch in den meisten Pubs,
im Dampfbad und in der Moschee:
Männer unter sich - per se.
Selbst beim indianischen Powwow,
sieht man 'keine eine' Frau.
Versammeln sich heute CEO's
oder Wirtschaftsweise in Davos,
dann erkennt hier jedes Kind,
daß es stets 'Zipfeltreffen' sind.

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TODESENGEL

Ich muss mich beeilen
noch Horrormeldungen verteilen.
Am End der Welt soeben
musste die Erde beben.
Zugleich an einem andren Ort
brannten alle Wälder fort.
Früher Krebstod Promi X,
Geld und Güter halfen nix.
Flugzeugabsturz in den Anden,
sie noch nicht alle Toten fanden.
Schwerer Crash auf der A2
bricht Familienglück entzwei.
Dies alles und noch mehr
musste ich verkünden hier.
Doch atmet auf, jetzt hab ich frei
und für Euch war nichts dabei.

 

 

WETTERMACHER

Der Wetterfrosch in seinem Glas,
schwitzt oben auf der Leiter.
Er grübelt und er denkt sich, das
geht ja so nicht weiter.
Steigt drum hinab ins feuchte Gras,
fühlt sich erfrischt und heiter.
Da öffnet sich ein Wolkenfaß,
der Bach draußen wird breiter.
Das ist bedrohlich, gar kein Spaß,
zwei Sproßen hoch gescheiter.
Da reißt der Himmel auf, sodaß
es wolkig ist und heiter.

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ABC - SCHÜTZE

Die Kühe blöken - Melkzeit ist.
Auf dem Hofe qualmt der Mist.
Der Hahn thront derweil obenauf,
bewacht sein Harem - Augen auf.
Der Bauer spannt zwei Pferde an,
zum Ackern geht's mit dem Gespann.
Mit Lederranzen und Verdruß
der kleine Bub zur Volksschul' muß.
Griffelbox und Schiefertafel,
sind für ihn nur eine Strafe.
Zu gern würd er die Zügel halten,
Furchen ziehn und Flur gestalten.
Mit ,Hü' und ,Hott' den Tag verbringen
und beiher fröhlich pfeifen, singen.
Doch Eltern, Lehrer, alle hegen,
entschlossen ihren Groll dagegen.

 

 

AN KINDERTAGEN

Nach Erdbeerklau und anderen Sachen,
gibt's zuhause nichts zu lachen.
Eine Scheibe eingeschlagen,
heißt Hausarrest von vielen Tagen.
Gar die Schule einmal schwänzen
hat noch schlimmere Konsequenzen.
Etwas gezündelt, Wiese brennt,
der Bauer Übeltäter kennt.
Versicherungsmann kommt ab und zu,
ist mit Vater schon per Du.

Doch es gibt auch Friedenzeiten,
ohne Stress mit Obrigkeiten.
Pilze sammeln, Hütten bauen,
im Sommer kleinen Bach aufstauen,
Froschlaich vor dem Trocknen retten,
sich im frischen Heue betten.
Mit Golddollar im 5er-Pack
kommt man auf den Rauchgeschmack,
den Cowboy und Indianer brauchen,
so manche Friedenspfeife rauchen.

An tiefverschneiten, kalten Tagen,
ist Winterspaß in allen Lagen.
Rodelbahn durch enge Gassen,
Schlittschuhfahrt auf glatten Straßen.
Ski-Abfahrt hinab ins Tal,
der Aufstieg ohne Lift fatal.
Hungrig geht's nach Hause dann,
zum Fünf-Uhr-Kirchenglockenklang.
Früh ins Bett nach Tagesmühen,
Eisblumen dort am Fenster blühen.

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DIE DORFSCHULE

Vor Ort dann in der Lernanstalt:
Disziplin und Ruhe galt.
Wenn der Lehrer patrouillierte,
mit dem Rohrstock dirigierte,
die Pädagogik voll im Griff,
gab er der Nachzucht letzten Schliff.
Schon bei einem Klein-Vergehen,
hieß es: in der Ecke stehen.
Und wenn Eltern davon hörten,
keineswegs sie sich empörten.
So waren wir schon sehr vergnügt,
wenn an der Tafel Kreide quiekt.
Zum Glück war immer mittags Schluß
und Ferien gab's im Überfluß.
Politik nach acht Jahren Seelenpein:
Wir führen ein neuntes Schuljahr ein!

 

 

TAGESMÜH

Ein Tag wie noch nie,
geboren heut früh.
Unbefleckt und rein
der morgendliche Schein.
Es weckt der Schimmer,
alles Leben wie immer.
Feld, Wald und Flur,
erwarten das, nur
auch ich bin betroffen
und ich kann nur hoffen,
es lohnt wirklich die Mühe,
wenn ich nun aufstehe!

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KOMPETENT

In Kompetenz etwas gestalten,
helfen, schützen und verwalten,
fehlerfrei und ohne Makel,
ohne Chaos und Debakel,
ist nicht jedermann gegeben,
Inkompetenz spricht oft dagegen.

 

 

ZUR MAIENZEIT

So im Frühling, Anfang Mai,
prahlt die Natur so mancherlei.
Was so alles, wie verhext,
plötzlich aus den Ritzen wächst.
Ja du fragst dich, früh und spät:
Wer hat das alles ausgesät?
Wie war im letzten Herbst, ich frage,
so der Wunsch, der Plan, die Lage?
Selbst Maikind-Mütter haben Frust:
Wer säte damals im August?
Egal was war, spricht da die Nonne,
im Mai bist du ein Kind der Wonne.
                                       (gewidmet Uli N.)

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SPEZIALITÄTEN

Tulpen blühen dann und wann,
auch außerhalb von Amsterdam.
Lebkuchen hab ich unterdessen,
weit weg von Nürnberg schon gegessen.
Die Fahrt nach Lübeck, total profan,
nur für das berühmte Marzipan
und gleich ums Eck wär Kiel gelegen,
der berühmten Sprotten wegen.
Selbst die Hauptstadt kann gefallen,
ob der leckren Berliner Ballen
und der Gurken dort - groß oder klein,
im Spreewald, um genau zu sein.
Der Harz, bekannt für seinen Roller
und in Schierke wird's noch toller.
Im Schwarzwald lecker Schinken,
in Frankfurt Würstchen winken.
Alles schön und gut, der Markenkitzel,
doch extra bis Wien, für ein Schnitzel?

 

 

LACHEN, SO GESUND

Humor ist eine ernste Sache,
ich prüfe erst, bevor ich lache,
denn oftmals eine Gag-Maschine,
zielt unterhalb der Gürtellinie,
das Brüllen über Pech der Leute,
ist bloß schiere Schadenfreude,
auch Hass und jeglich Ressentiment
haben kein Humortalent,
es bleibt der gute Wortwitz bloß,
der kluge Scherz und die Bonmots,
dann darf der Lacher schallend sein,
putzt mir Gemüt und Seele rein.

 


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EIN SPRITZER GLÜCK

'Bitte lächeln' steht geschrieben,
als Motto für den frohen Tag.
Lerne, dich erst selbst zu lieben,
bevor's ein andrer tun mag.
Die Mimik und der Augen-Blick
sind in der Wertung relevant.
Dein Vis-a-vis gibt nur zurück,
was im Gesicht zu lesen stand.
So streichle dein Seelen-Ich,
daß es nach außen strahlt,
bis ein andrer streichelt dich,
gar für dein Lächeln zahlt.
Scheitert jedoch alle Müh,
die Trümpfe sind vom Tisch,
war es vermutlich bloß zu früh
und das Botox noch zu frisch.