Poesie Kategorie Fauna & Flora

Fauna & Flora - Seite 4

 

              

 


©K.Niewolny/Pixabay

GEHEIMNISVERRAT

Der Eichhorn hoch im Kobel
herrscht über Tann und Nuss,
die Ernte scheint's, wird nobel,
es riecht nach Überfluß.
Der Wald hat tausend Augen,
drum alles schnell versteckt,
jeder Trick kann dabei taugen,
jede List scheint da perfekt.
Im Frühling großes Staunen dann,
junges Grün sprießt da in Scharen,
wo, als der letzte Herbst begann,
die geheimsten Orte waren.

 

 

 

GÜLDENE ZEIT

Nebelschicht im Wiesengrund,
taunass glänzt das Grün,
Laubwald blinkt schon kunterbunt,
Sommerleben war so schön.

Stille legt sich übers Land,
die Ernte ist geborgen,
erholen soll sich Herz und Hand
von Mühe, Plag und Sorgen.

Morgensonne steigt empor,
wärmt noch einmal diese Welt,
steht der Winter auch bevor,
‚indian summer‘ ist bestellt.


© Wolfgang Lützgendorf/Pixabay

 


© Pixabay

INDIAN SUMMER

Kurze Tage, lange Schatten,
güldene Farbenpracht,
letzte, warme Sonnenstrahlen
vor dem ersten Frost der Nacht.
Gedanken an die Sommerzeit,
an frohes Lebensglück,
unbeschwerte Heiterkeit
kehrt nicht mehr zurück.
Melancholie liegt in der Luft,
bleiern wirkt das Ungewisse,
modrig nun der Blütenduft
von Lavendel und Melisse.
Hoffnung über allem schwebt,
der nächste Frühling ist gewiss.

Dumm nur, hab ich überlegt,
wenn's der Herbst des Lebens ist.

 

 

 

HURRIKAN ZEIT

Flieg nur, kleiner Kardinal,
flieg zur Nektarquelle,
stärke dich ein letztes Mal
der Herbst, der kommt nun schnelle.

Noch einmal Kräfte tanken
mit letztem Flügelschlage,
bevor die Sinne wanken
am Ende deiner Tage.

Dein flatternd Todeskampf
wirkt um die ganze Welt,
wenn dort im fernen Land,
ein Baum im Sturme fällt.


©Pixabay

 


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ER FLIEGT UND FLIEGT UND FLIEGT ...

Pünktlich gar zur Maienzeit
schlüpft der Käfer in sein Kleid.
Krabbelt aus der Erden Schoß,
um zu schwirren, ganz famos.
Vollzieht im hellen Mondesglanz
seinen eignen Maientanz.
Hernach frißt er von Blatt zu Blatt,
wie ein echter Nimmersatt
und hat in ein paar Wochen,
manch kahlen Ast verbrochen.
Doch der Spuk ist rasch vorbei,
dann ist es aus mit Schwärmerei
und den Tod begrüßt nun Jeder,
für Kaiser, Bäcker, Schornsteinfeger.

...und in ein paar Jahren, so im Mai,
sind alle wieder frisch dabei.

 

IM FRÜHTAU

Morgens, früh am Tage,
am Horizont das Licht,
kehrt wieder, keine Frage,
läßt uns nicht im Stich.
Noch klamm das Grün,
erfrischend ist die Kühle,
als Labsal sei es zu verstehn,
vor des Mittags Schwüle.
Die Stille der gewichenen Nacht
liegt über dieser Szene,
bevor der Lebenspuls erwacht,
der Tag hat seine Pläne.


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VERSTÄNDLICH

Ein Ampfer steht am Wegesrand,
es staubt und dreckt dort allerhand.
Die Kutschen und die Droschken gar
überfahren ihn beinah.
Da kommt Einer, hundsgemein,
hebt das linke Hinterbein
und auch vom Pferd fällt hinten dran,
ein Apfel nieder auf die Bahn
und kullert zu ihm, genauer,
da wird der Ampfer langsam sauer.

 

QUERFELDEIN

Ein Spermium ging auf Reisen
sein Können zu beweisen.
Vom Start weg gleich in Front,
überwand es sehr gekonnt,
alle Klippen, Sperren, Palisaden,
auch Sümpfe, Höhlen ohne Schaden,
schwamm eifrig gegen jeden Strom,
im Nacken Konkurrenten schon.
Doch unbeirrt, mit festem Drang,
der Wettlauf bis ins Ziel gelang,
traf dort ins Ei mit einem Stich
und das alles nur für DICH..


©SchWo

 


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KLETTERER

Landauf, landab zu finden,
um Zaun und Hecke winden,
empor sie klimmen, klettern.

Zum Wipfel aufwärts streben
sich Buschwindros' und Reben,
Efeu und  Geißblatt wettern.

Ist der gemeine Knöterich,
doch gar ein echter Wüterich
und einer ihrer Vettern.

Er knüpft von den Chaoten,
gar auf 'gordisch' seine Knoten,
wer soll die nun zerschmettern?

 

ABENDKONZERT

Im Astwerk sitzt die Grille,
reibt sich am Hinterleibe,
schickt Töne in die Abendstille,
drum ich stehen bleibe.
Durch ihr Ständchen inspiriert
fang ich zu pfeifen an
und das Heimchen irritiert,
schweigt fortan.
Daraus ich also schließen muß,
sie will mich wohl nicht stören
und lauschend diesem Hochgenuß
ihren Maestro hören.


©SchWo

 


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SOMMERRASEN

Kleine grüne Inseln
lugen aus dem Braun,
möchten gerne glänzen,
sich so gerne trauen.

Da öffnen sich die Schleusen
es blitzt und Donner kracht,
der Wind beginnt zu säuseln:
Das wäre doch gelacht.

Dicke Tropfen fallen
auf den Durst der Welt,
in deren Heiligen Hallen,
wieder Hoffnung quillt.

Nach einem tiefen Atemzug,
das Leben ist so schön,
ist die Natur im Höhenflug
und der Rasen wieder grün.

 

WIND OF CHANGE

Es weht der laue Südseewind,
meistens in weiter Ferne,
immer da wo Palmen sind,
aber auch in Datteln-Herne.
Er weht gar im Gebiet der Ru(h)r,
mit und ohne 'h',
das scheint wider der Natur
und ganz sonderbar.
Es weht der laue Südseewind,
wohl dort im guten Glauben,
das in Datteln Palmen sind
und läßt es fleißig stauben.
Er weht und weht ganz heiter
und bläst aus voller Brust,
bis zur Xantner-Südsee weiter
und sagt: Ich hab's gewußt!


©SchWo

 


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NACH DEM SOMMER

Regen fällt auf totes Laub.
Wie kleine Bomben prallen
Tropfen in den Staub,
schlagen kleine Trichter,
dicht und immer dichter.

Es herrscht ein Trommelfeuer.
Dem Dasein zum Gefallen
dies nasse Abenteuer,
zumal das Labsal dessen,
lang und längst vergessen.

Der Natur Erfrischung geben.
In ihren heiligen Hallen
atmet neues Leben,
schmeckt die Luft auch bitter,
aus und vorbei Gewitter.