Poesie Kategorie Lyrics

Lyrics - Seite 2

 

              

 


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SCHROT UND KORN

Stoppelfelder öd und leer
ausgebeutet zum Verzehr.
Ein Meer von Halmen fiel
das täglich Brot zum Ziel.

Stroh'ne Räder prägen wild
nun der leeren Landschaft Bild.
Bald wird die Krume frisch bestellt
und übers Jahr grünt neu das Feld.

Der Rhythmus der Natur bestimmt,
was Mensch sich so zum Dasein nimmt.
So füllt sich stetig Scheun' und Schrank,
doch jetzt ist erstmal Erntedank.

 

VOGELPERSPEKTIVE

Tunnelblick und Grossgehabe.
Der Blick reicht bloß zum Horizont,
Weitsicht ist da ungewohnt
und keine Menschengabe.

Große Denker ausgenommen.
Normalos hadern und befehden
im Alltag alles und auch jeden,
sind nur sich selber wohlgesonnen.

Viele fischen nur im Trüben.
Bei Jammer, Schmerz und Gram,
diversen Ängsten fürderan,
will kaum die Lebenslust obsiegen.

Ein Drink verleiht dir Flügel.
Aus der nun erhöhten Sicht
siehst du dann dein kleines Licht
und spürst der Schöpfung Zügel.

Wie unbedeutend Raum und Zeit.
Ob Zorn, ob Hass, ob andrer Grund,
ist geschrumpft auf einen Punkt,
verschwindet in der Ewigkeit.

 

VOLLMOND

Leichenblasses Platinlicht
ergießt sich aus dem Mondgesicht.
Schwarze Stund mutiert zum Tage,
Nachtdämonen führen Klage.
Augen schauen katzengleich
ungewohnt ins Schattenreich.
Dunklen Kräften schwindet Macht
frischer Mut ist mir erwacht.
In allen Sinne angespannt
ist die Dunkelheit gebannt.
Der Schlaf hat mich noch nicht ereilt
zumal mein Blick am Himmel weilt.

 

WETTER HOCH UND TIEF

Nee, für diese Jahreszeit
es ist viel zu kalt und naß,
da war in der Vergangenheit
auf den Sommer mehr verlaß.

Ja, da schmolz der Straßenteer
und die Felder staubten,
es erwärmte sich das Meer,
sodaß die Fische schnaubten.

Ach, es ächzte die Natur
und die Brunnen waren leer,
vom Himmel brannte das Azur
und mancher Wald noch mehr.

Oh, die Ernte war so karg
und der Hunger drohte,
Bauernarme waren stark,
doch ohne Körner keine Brote.

Hui, da treibt der Wind soeben
Regentropfen über's Glas
und sie rinnen voller Leben
rasch hinab ins grüne Gras.

 

WOGE DER GEFÜHLE

Meer und Wellen schwanken,
sind mal up mal down,
genau wie die Gedanken,
die in mein Dasein schaun.

Herrscht im Herzen ruhige See,
kein Lüftchen trübt die Stille,
ein Hurrican aus Spott und Schmäh
stürmt plötzlich die Gefühle.

Bei solch Naturgewalten
braucht‘s Schotten, dicke Pfähle
und das die Dämme halten,
viel Hornhaut auf der Seele.

 

AUSERWÄHLT

Die Miene eingefroren,
alles im Tunnelblick,
im Inneren ein Rumoren,
keine Spur von Glück.
Die Backenzähne mahlen,
die Halsschlagader dick,
warum die Seelenqualen,
wozu dies Possenstück.
Alles hat sich verschworen,
Dämonen sind vereint:
"Du bist auserkoren,
zu ertragen Weltenleid".

 


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DIE BILANZ

Ein Sohn gezeugt, ein Baum gepflanzt,
dem Schicksal auf der Nas' getanzt.
In großen Dingen Glück gehabt,
mit Frieden und mit Partnerschaft,
selten einmal Durst und Hunger,
oder in der Liebe Kummer
und für Gebrechen, bis hierhin,
gab's immer eine Medizin.
Fallen mir weitere Wünsche ein,
ohne unverschämt zu sein?
Vielleicht lang leben, nicht jung sterben,
das würd‘ mich schützen vorm Verderben.

 

AD MEMORIAM -
Zur Erinnerung an

Die Unruh tickt, der Zeiger rennt,
schon sind wir wieder im Advent,
die Zeit der Ankunft uns‘res Herrn,
als käme er von einem Stern.
Obwohl er lang schon bei uns ist,
gedenken wir dem Jesus Christ,
der kam um Sünden zu vergeben,
verlor dafür am Kreuz sein Leben
und seine Botschaft hier auf Erden,
muß jährlich neu gepriesen werden.


© MichaelGaida/Pixabay

 


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HEILIGER MORGEN

Erwartungsfrohe Herzen beben,
was wird es am Abend geben?
Findet ein Jeder unterm Stern,
seinen Frieden nah und fern.
Sind die Wünsche zu gewagt,
wird vieles davon doch vertagt?
Weihrauch, Myrrhe, all die Gaben
muß es hier im Stall nicht haben.

Liebe, Hoffnung, Zuversicht,
das alles aus der Krippe spricht.
Ein reines Kind in armen Windeln,
will die Menschheit nicht beschwindeln.
Mit jeder Weihnacht, seit der Zeit,
dringt diese Botschaft weiter - weit,
all jene wahren Herzensgaben,
gilt es in die Welt zu tragen.

 

LEASING

WAS
  offene Augen blicken
  starke Arme drücken
  zarte Hände spüren
  sensible Ohren hören

WENN
  die Gedanken fliegen
  junge Herzen lieben
  Düfte dich betören
  Welten uns gehören

WO
  Gaumenfreuden sind
  eine Sehnsucht brennt
  die Erinnerung wohnt
  Stolz berechtigt thront

Ganz egal:
Denn alles was uns je gediehen,
ist leider bloß auf Zeit geliehen.

 


©Gerd Altmann/Pixabay

 


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TAGESLIED *

Der Mohn ist aufgegangen
knall-rote Blüten prangen
mitten im Ährenhain.
Aus Feldern grün und stille,
steigt just zu der Idylle,
die Lerche in den Sonnenschein.

Die Welt scheint ohne Not,
Wir verneigen uns devot
Und schenken ihr Vertrauen.
Die Tageslast entschwindet
Und Seelenfrieden findet,
Wer klare Augen hat zum Schauen.

So Menschenkind entdecke
die Natur zu deinem Zwecke
und heile Not und Pein.
Der Schöpfung frommer Plan
sei heute und fortan
dein Ansporn künftig froh zu sein.

*) zur Melodie: Abendlied v. Matthias Claudius

 

VOM DICHTERLOHN

Es sprudeln Reime an dieser Stelle,
wie Arabisch-Öl aus einer Quelle.
Falls ich wache, oder gar schliefe,
ein Blubbern kommt stets aus der Tiefe.

Der rohe Vers, oft wild und fade,
es fehlt ihm noch die Raffinade.
Verfeinert und zum guten Schluß,
verzapft wird manchmal 'Super plus'.

Markt ist davon überschwemmt
und die Nachfrage gehemmt.
Trotzdem erwarte ich in Bälde,
mein hochverdientes Versengelde.

 


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DER WALDGOTT

Ein winzig-kleines Samenkind
verläßt die Heimat mit dem Wind,
wird von der Mutter frei gegeben,
ins große Abenteuer Leben.
Der Blick zurück voll Wehmut spricht:
ein Wiedersehen gibt es nicht!
Der neue Weg braucht viel Fortune,
bis erscheint ein kleines Grün.
Dann ein, zwei Winter überlebt,
ein ‚Krönchen‘ sich zum Himmel hebt,
noch kann ein Wanderer es knicken,
ein Försterhut damit sich schmücken.
Doch bald, zehn Lenze später,
mißt es schon viele Meter,
ist im Wettlauf mit den großen,
kirchturmhohen Artgenossen.
Nur ein Blitz, ein Tod der Alten,
kann seinen Weg zum Licht entfalten.
Die eine Chance braucht es eben,
um zum Kronendach zu streben,
der Sonnenschein entfacht das große
Wunderwerk der Zellulose.
Jahr für Jahr und Ring für Ring,
wächst er zum Giganten hin,
trotzt Wind und Wetter, jeder Plage,
ist Zeuge vieler Schicksalsjahre,
im Menschensinn uralt und weise,
ein Monument der Zeitenreise.
Nun weile ich zu deinen Füßen
um den Schatten zu genießen,
gestatte mir, Waldgott, erbarme,
daß ich dich devot umarme.

 

ABSCHIEDSFEIER

Oheim, Godel und Nepote
und die restliche Mischpoke,
selbst Hagestolz, der Junggeselle,
sind bei der Feier schnell zur Stelle.
Der ganze Clan ist, Ei der Daus,
aufgereiht zum Leichenschmaus.
Auch alte Freunde sind zur Stunde
Mitglieder der Trauerrunde.
Sie schwatzen, schwafeln ungeniert,
wussten lang, dass es passiert,
mit Mumpitz und Fisimatenten
musste es so schrecklich enden.
Ohne Meriten, kein Ziel im Leben,
das hätt's früher nicht gegeben.
So gehab dich wohl in andere Welten,
wo für dich bessre Regeln gelten,
dort kannst du auf Wolke sieben
für’s Nichtstun einen Orden kriegen.
Ganz nach dem Motto: hier lieg ich richtig,
ihr nehmt euch alle viel zu wichtig!

 


© SchWo

 


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FRÜHJAHRSPUTZ

Sonnenstrahlen finden nun
den Weg zu uns herab,
waren lange Zeit verschwunden,
da ward der Frohsinn knapp.
Jetzt wärmt sich auf die Seele
verdrängt sind alle Schatten,
vergessen die Querelen
und Sorgen, die wir hatten.
Wie bei Staub auf den Regalen
und Schlieren auf dem Glas,
man merkt erst durch die Strahlen,
was man zu tun vergaß.

 

DER FLUSS DES LEBENS

Die Geburt, ein klarer Quell,
ein Rinnsal bloß an dieser Stell,
krabbelt, tastet sich voran,
um manches Hindernis sodann
und mit größeren Schritten bald,
als Bächlein springet durch den Wald.
Quirlig und mit frischem Wind,
hinab, um jeden Fels geschwind,
plätschert, plappert froh das Naß,
ein Wildbach nun, der Lebensspaß.
Ein fernes Tosen deutet an,
den pubertären Neuanfang.
Bodenlos der Sturz ins Leere,
vom Katarakt ins Ungefähre.
Neu sortiert und reichlich weise,
gehts nun eben auf die Reise.
So mancher Zufluß unbemerkt,
dir Energie und Macht verstärkt.
Als großer Strom mit Tat und Kraft
der macht und tut und alles schafft,
hast du das Lebensziel erreicht,
bist stark genug für lange Zeit.
Und plötzlich weitet sich das Feld,
die schiere Wucht zerrinnt, zerschellt,
im Delta nun, ruhig und gelassen,
zerteilen sich die Wassermassen.
Am Horizont ein fernes Blau
markiert das Endziel nun genau.
Im endlos großen Meer der Zeit,
bist du ein Tropfen Ewigkeit.

 


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SELBSTKRITIK

So fern die Augen blicken,
so weit Gedanken reichen,
es wird uns niemals glücken,
das Ende zu begreifen.

Es erscheint dort dunkel,
wir vernehmen Nichts,
das liegt am eignen Manko,
am Mangel eines Lichts.

Was wir nicht erfassen,
ist deshalb dennoch da,
wir müssen gelten lassen,
Dinge die keiner sah.

So gibt es manchen Zweifel,
am eigenen Horizont,
doch ein innerer Teufel,
in Eitelkeit uns sonnt.

 

VERZEIHEN

Die absolute Wahrheit,
ist dieser Augenblick.
Gestern und vor einiger Zeit,
das liegt schon weit zurück.

Die ungetrübte Sicht,
auf das, was wirklich ist,
hast du im Rückblick nicht:
So spricht der Realist.

Dies soll so sein und gelten,
doch alleine schwarz und weiß,
bestimmen nicht die Welten,
Kompromiss ist der Beweis.

Erinnerungen weichgezeichnet,
erlauben gnadenvolles Sein,
sind als Seelenschutz geeignet
und wir können uns verzeihen.

 


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HEIMAT

Dort, wo du einst geboren
und deine Unschuld hast verloren.
Da begann das Lernen, Streben,
stand dein Katapult ins Leben.
Nah bei diesen alten Pfründen,
tief die Stammbaumwurzeln gründen.
Geborgen stets, dort die Gefühle,
entspannt geöffnet ist die Seele.
Erinnerungen weichgespült,
vermitteln dir ein Märchenbild.
Längst verblichen Groll und Streit,
Phänomene einer dunklen Zeit,
vergeben Lieben und Vertrauten,
die einst in dein Herze schauten.
Du atmest tief, die Heimatluft,
erfüllt mit Freiheit's süßem Duft.

Dem Vaterland, die Fahne weht,
aus Mutterboden doch besteht.

 

 

DIESSEITS - JENSEITS

Vom Dasein zum Fortsein,
nur ein schmaler Grat.
Lang hat es den Anschein,
Zweifel sei schon Verrat.
Kommst du ins Wanken,
ist Glück meist zur Stelle.
Bist nie bei den Kranken,
surfst auf der Superwelle.
Kommt ein Sturm mit Macht,
zerstört fast die Balance,
hilft Mut in der Schlacht,
gibt dir eine Chance.
Doch irgendwann fehlt,
ganz einfach die Kraft
und du hast es beseelt,
über die Grenze geschafft.

 


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ICH WARTE

Wenn ich von hier verschwinde,
verstreut in alle Winde,
mein Fußabdruck am Strand,
verlischt im Ufersand,
- dann verliert sich meine Spur.

Wenn ich den Platz hier räume,
am Ende meiner Träume,
beim Start in neue Sphären,
erfordert das Entbehren,
- dann opfere ich mich stur.

Wenn ich hier einst entrücke,
reißt das eine Lücke,
ich werde Euch vermissen,
in jenseitigen Kulissen,
- dann warte ich am Himmelstor.

 

 

ERB ÄRMLICH

Armut kommt nicht von ungefähr,
Gründe gibt es viele.
Mal wiegt ein Ereignis schwer,
mal Alkohol und Spiele.
Schuld sind leider oft die Gene,
schon dem Opa ging es schlecht.
Aus dieser Falle, dieser Szene,
befreien sich die Enkel nicht.
Das Schicksal macht eine Kopie,
still und heimlich, diese List.
Betroffene erleben dann wie,
das für sie erb-ärmlich ist.

 


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FERNLICHT

Nachthimmelwärts der Blick
verleiht uns einen Kick,
wie winzig wir doch sind,
als Staub im Sonnenwind.
Aus endlos schwarzem Nichts
quillt millionenfaches Licht,
jeder kleine, helle Punkt,
aus der fernen Urzeit kommt.

Am Firmament für uns bereit
die Lasershow der Ewigkeit.

Der Lichtquell unserer Sterne,
fußt in unendlicher Ferne,
ist vielleicht bereits versiegt,
während er noch vor uns liegt.
Bei unserem kleinen Augen-Blick,
schnappen wir ein winzig Stück
des märchenhaften Sternenlichts,
das da kommt und geht ins Nichts.