Poesie Kategorie Socials

Socials - Seite 3

 

OLDIE HOMMAGE

Mein liebes Goggomobil,
du bringst mich heil ans Ziel.
mit deinen 500 Kubik
bist du der Schlüssel zum Glück.
Der Motor singt leise ‚reng, reng‘
und kein Weg ist dir zu eng.
Ohne Stress und feuchte Hände
gleiten wir dahin behände,
ganz sanft durch Wälder und Auen,
hab Muße alles zu beschauen.
Das ist anders in meinem Ferrari,
da seh‘ ich das alles gar nie.


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RECHTMÄßIGKEIT

Der Mensch an sich ist schlecht
und Meister im kaschieren.
Er gibt sich weise und gerecht
kann kultiviert verlieren.

Doch wehe wenn die Maske fällt
und Urinstinkte sich entfalten.
Rache, Gier und Macht vergällt
das menschliche Verhalten.

Der Kadi greift zum Paragraphen,
verurteilt die Gefräßigkeit,
bloß die Härte seiner Strafen,
vermittelt oft recht Mäßigkeit.

 

TOMTOM 1.0

Strahlend hell am Himmelszelt,
weithin sichtbar für die Welt
und Sternendeuter sagten: dort
findet ihr den heil‘gen Ort.
Reisende von überall
fanden so zum heiligen Stall.
So warst du mit deinem Lichte,
das erste Navi der Geschichte.


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TRAUTE

Rätselhafte Ferne,
ach wärst du doch bloß nah,
wie käm ich zu dir gerne,
wenn ich dich öfter sah.

So bist du mir ganz fremd,
von Geheimnissen umwittert,
mein Willen ist gehemmt
und die Seele zittert.

Bist du plötzlich gegenüber
und alle Vorurteile ruhen,
sind die Ängste schnell vorüber,
musst nur die ersten Schritte tun.

 

WAS IST WENN

Das Kribbeln ist im Bauch,
Gedanken sind an dich verloren,
für mein Herz gilt das wohl auch,
bin verliebt bis zu den Ohren.

Auch wenn ich dich nicht sehe,
das Schicksal hat's gewollt,
verspür ich deine Nähe,
du bist mir ja so hold!

Doch hinter deinen Augen
ist unbekanntes Land,
wird dein Schwur auch taugen,
hält er den Jahren stand?

Verwässern sich Gefühle,
ist das der Zeiten Sold?
Als Preis der Alltagsmühle
wirst du mir einst unhold?


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WEIHNACHTSKONZERT

Zum Kirchenhaus gekommen.
im Herzen leicht beklommen.
Gedämpfte Töne schallen
in den heil'gen Hallen.
Mattes Licht auf dem Gestühl,
ein Hauch Hoffnung im Gefühl.
Tannenschmuck und Kerzen
weiten Weihnachtsherzen.
Die Krippe nahe dem Altar
stellt die fromme Szene dar.
Da intoniert der Bläserchor
ein Jubel hoch zum Himmelstor,
glockenklarer Lobgesang
der Knaben hebt zum Gipfel an.
Voll Andacht ihre Hände falten
dichtgedrängt die Jung und Alten.
'Kommet, ihr Hirten', singen nun alle,
'Sehet das Kindlein da im Stalle'.
Beseelt von dannen zieht die Schar
das reicht jetzt wieder für ein Jahr.

 

WINTER ADE

Wenn die Kärcher kraftvoll singen,
Tulpen aus der Scholle dringen,
der Meiser auf der Meisin sitzt,
ein Igel erste Würmchen schlitzt.

Wenn Amseln lüstern tirilieren
und zum 'menscheln' inspirieren.
Grün sich aus dem Totholz drechselt,
der Nachbar seine Reifen wechselt.

Wenn Sandalen samt den Grillgeräten
mit Feinripp in Erscheinung treten
und nachts ist eine Stund gestohlen,
dann ist Sommerzeit befohlen.


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WOCHENMARKT

Wo normal mein Auto parkt
ist am Samstag Wochenmarkt.
Viele Händler aus dem Land
bieten hier am eignen Stand
ihre Waren jedermann
zum Kaufe und zur Probe an.
Hundekuchen, Fleisch und Fisch,
Plastikdecken für den Tisch,
Eier, Säfte, Blumentöpfe,
sowie für die Hosen Knöpfe,
bis zur ausgewachsenen Leiter,
usw., usw.
kann man hier für Geld erstehen,
oder nur zum Spaß besehen.
Außerdem kann man noch orten
Obst, Gemüse aller Sorten.
Der Kauf von grünen Stangenbohnen,
Bananen, Äpfeln kann sich lohnen,
Zitrusfrüchte, Kokosnüsse
bringen aus dem Süden Grüße.
Besonders billig in der Stadt
sind Birnen heut, bis 100 Watt !

 

HINTERMÄNNER*innen

Ohne die gewohnte Macht,
der Tyrann verlegen lacht.
Kleinlaut, nicht verwegen,
steht der nun im Regen.
Er ist wie unsresgleichen,
wenn ihm seine Helfer weichen.

Drum laufe nicht der Fahne nach
die am höchsten wehte,
bedenke was DER vorne sprach
und welche Saat er säte.
Im Leben wichtig, wo du gehst
und hinter wem du gerade stehst.


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BAUMTATOO

Im Kamin die Flammen schlingen
sich um jeden einzelnen Scheit,
ernähren sich von Jahresringen
und damit von Vergangenheit.
Was geschah in vielen Jahren
vom Sprössling bis zum Baum,
wie entkamst du den Gefahren
und gelang dein Lebenstraum?
Kein Splitter aus den Kriegen
und Blitz an schwülen Tagen,
konnten dich jemals besiegen,
oder an der Wurzel nagen.
Nur dies verliebte, junge Paar,
hatte einst ein Herz geschnitten,
es ist vernarbt von Jahr zu Jahr,
grad so, wie ihre eignen litten.

 

PECH UND UNGLÜCK

Es hatte Pech, das kleine Luder,
stets in Unglück 'großen Bruder'.
Meistens fing es harmlos an,
führte auf die Achterbahn.

Abwärts ging es allemal,
vom Hochgefühl ins Jammertal.
Manchmal schaute auf der Strecke,
Glück dann doch noch um die Ecke.

Stoppte steilen Niedergang,
bevor die Hölle mich verschlang.
Danach seufzte ich befangen:
Das ist noch einmal gut gegangen.

 

 

FRAGIL

Das schöne Leben ist fragil,
es fühlt sich so zerbrechlich an,
wie aus zartem Porzellan,
ein kleiner Stoß, oft schon zuviel.

Die heile Welt ist nicht stabil,
sie kommt ganz rasch ins Wanken,
das sagen all die Kranken,
denen man gerne glauben will.

Der pure Neid ist dann im Spiel,
haben die Anderen ständig Glück,
niemals Kummer im Gepäck,
das Schicksal bloß ein Pappenstiel?

 

GUTER RAT

Der Kampf ums Wort
Setzt sich endlos fort.
Politiker und Revoluzzer
Sind die radikalsten Nutzer.
Aber auch die Literaten,
Liefern sich oft Moritaten.
Anfangs prosaisch sachte,
Geht es schnell ans Eingemachte.
Kritiker und Konkurrenten
Werfen schnell mit Exkrementen
Und in sozialen Medien - Stopp!
Wütet anonym der Mob.

Sachlich nüchterne Dispute,
Wären da das einzig Gute.
Drum sei hier allen angeraten:
'Liefert doch nach Worten Taten'.

 

 


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VOM EHEPAAR MIT HUND

morgens:
Augenlider zucken eben.
Behäbig räkelt sich das Leben.
Das Geschwisterpärchen 'Müh und Plag',
geht noch schläfrig in den Tag
und ein Ehepaar mit ihrem Hund.

mittags:
Augenlider zucken wieder.
Müdigkeit ergreift die Glieder.
Geschwisterpaar ist nun auf Trab,
geht alle Arbeitsplätze ab
und ein Ehepaar mit ihrem Hund.

abends:
Augenlider ruhig und sachte.
'Dolce vita' gerad' erwachte.
Das Sorgenpaar erschöpft vom Tun
geht endlich, um nun auszuruhn
und ein Ehepaar mit ihrem Hund.

 

SCHWERMUT

Bleiern lastet das Gemüt,
Lachen ist nicht dein Gebiet.
Das Leben scheint gar ohne Zweck
und du ziehst es in den Dreck.
Nebulös Gedanken schwirren,
um das Dasein zu beirren.
Die Krähen auf den Feldern meinen:
Herzen werden bald zu Steinen.
Die Zukunft voll Verdammnis scheint,
der Himmel schwarze Tränen weint.
Wie war es früher doch so schön,
warum, Jugend musst' du gehen.
Ein Hauch Hoffnung jedoch glimmt
und Last von deiner Seele nimmt,
denn bald ist alles wieder gut
du hast wirklich ganz 'schwer Mut'.

 


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