Poesie Kategorie Achilles Verse

Achilles Verse

GEBURT - AV 01

Achilles, gerade auf der Welt,
der Mutter prompt vom Lager fällt.
Geschrei wie himmlische Fanfaren,
"Den Popo-Klaps können wir sparen".
Der Papa nimmt den kleinen Mann:
"Der ist noch gut, da ist nichts dran!"
So holprig ist der Start ins Leben,
das wird ja künftig noch was geben.
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AV 02

Nach dem Theater etwas chillen,
Mutter will Achilles stillen.
Der merkt aber schnell und schlau,
links gibts Vanille, rechts Kakao.
Die Fanfaren klingen wieder schrill,
wenn er die Seite wechseln will.
Achilles hat in den paar Stunden,
das Nippel-Hopping schon erfunden.
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AV 03

Schoko-Vanille nährstoffreich,
Achilles wächst und wächst sogleich.
Im Nu kann er im Stehen trinken,
Mutter sich beiher noch schminken.
Die beiden sind ein gutes Team,
er hängt an ihr und sie an ihm,
bloß das Umfeld manchmal grient,
wenn der Jung sich so bedient.
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AV 04

Es kam der Tag, der nicht sein müßte,
ausgelutscht die beiden Brüste.
Noch einmal die Fanfaren klingen,
da läßt sich aber nichts erzwingen.
Die Mama weiß wie immer Rat,
eilt zum nächsten Supermarkt,
und die Milch mit viel Geschmack,
gibt es dort im Tetrapack.
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AV 05

Problem gelöst, Achilles froh,
braucht nicht suchen anderswo.
Wer weiß, wie andere Mütter schmecken
und ob die nicht zuerst erschrecken?
Zudem die Frage, gar nicht ohne,
gäb's da nur Erdbeer und Melone?
Egal, denn nun ist wunderbar,
die Versorgung für die Zukunft klar.
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AV 06

Im Kindergarten, unser Held,
das Personal in Atem hält.
Grad erklärt Frau Hilmes-Klein,
wie wichtig alle Wesen seien.
Selbst dieser Regenwurm hier hätte,
sein Plätzchen in der Nahrungskette.
Achilles mimt den coolen Checker:
"Mit Schoko-Füllung sind die lecker".
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AV 07

Klein-Archilles ist auf Tour,
erkundet Wunder der Natur,
erforscht auf allen Vieren,
Lebensart von Krabbeltieren.
Kellerasseln, Feuerwanzen,
auf sein Kommando Samba tanzen,
drückt er Marienkäfer kräftig,
stinken die orangenen heftig.
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AV 08

Das Fritzchen aus der Nachbargruppe,
spielt so gern mit seiner Puppe.
Grad erklärt Frau Hilmes-Klein,
daß das total in Ordnung sei
und über rosa Anziehsachen,
gäb es wirklich nichts zu lachen.
Achilles kann die Infos nutzen
und Fritz nun wie ein Mädchen stutzen.
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AV 09

Achilles stolz im Baumhaus oben,
darunter Frau HK am Toben.
Im Batman-Anzug, Arme breit,
steht er zum Testflug dort bereit.
Alle schauen auf ihn gebannt,
die Feuerwehr das Sprungtuch spannt.
Da schreit er von oben munter:
"Super Spiel, ich komm jetzt runter!".
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AV 10

Der Ausflug mit der ganzen Schar
zum nahen Wäldchen, wunderbar.
Die Mädchen gingen Hand in Hand,
während Achilles Kletten fand.
Die schmücken nun das lange Haar,
das vorher öd gebunden war.
Und für den Heimweg - später,
hat er noch Hagebutten-Juckepeter.
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AV 11

In der Kita alles still und brav,
die Kinderlein beim Mittagsschlaf.
Das Personal die Arbeit stoppt,
als Achilles zur Garderobe robbt.
Dort vertauscht, in Seelenruh,
von allen er, den linken Schuh.
Ein Abschiedsspaß am Kindergarten,
wenn SUV's vorm Tore warten.
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AV 12

Klein-Maja hat Geburtstag heute,
gesungen hat die ganze Meute
und Maja-Mama brachte uns allen,
ein ganzes Blech Berliner-Ballen.
Bei zwei von ihnen, ganz salopp,
saugt Achilles schnell die Füllung ab,
schafft Platz so in der Ballengrube,
für scharfen Senf, aus einer Tube.
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AV 13

Rund um die Kita, über Nacht,
hat Frau Holle Schnee gebracht.
Alle Kinder dick verpackt,
toben in der weißen Pracht.
Ein Wettbewerb im Schneemann-Bauen
ist gar lustig anzuschauen.
Frau Hilmes-Klein ist sichtlich platt,
weil Achilles Schneemann Brüste hat.
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AV 14

Alle sammeln fleißig Holz,
zum Osterfeuer, voller Stolz.
Auch Achilles gibt das Beste,
von Silvesterkrachern ein paar Reste.
Als Flammenfutter steht nun bereit,
ein großer Berg aus Ast und Scheit.
Groß und Klein schauen ganz gebannt
und auch Achilles ist gespannt.
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AV 15

Es grünt und sprießt aus allen Ritzen,
wo Samen oder Wurzeln sitzen.
Diese Urkraft läßt sich lenken,
und Achilles an den Nachbarn denken.
Dem sind wir Kinder stets zu laut
und hat unsern Lederball geklaut.
Rasensamen reicht hier als List,
daß der im Rosenbeet beschäftigt ist.
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AV 16

Bei den Mädchen herrscht Geschrei,
mit "Iiih" und "Pfui" und "Schlag zu Brei".
Ein Krabbeltier, handtellergroß,
sorgt für Panik grenzenlos.
Achilles kommt ganz siegessicher,
mit Pappe und mit Plastikbecher,
fängt das Untier unter Jubel:
'Die spinnen doch, was soll der Trubel'.
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AV 17

Verrückte Zeiten momentan,
Erwachs‘ne haben Masken an,
denn es fliegen Tiere mit dem Wind,
die kleiner als Kopfläuse sind.
Nur beim Essen, Trinken, Rauchen,
scheint man keinen Schutz zu brauchen.
Es hilft nicht dauernd nur zu schimpfen,
Achilles will die Masken impfen.
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AV 18

Masken, achtlos beiseite liegen diese,
bekommen eine Pfefferprise,
dann heißt es warten. Pausenende
und schon ist Leben im Gelände.
Ganz unterschiedlich das Gebrüll,
das dann gar nicht enden will.
So kann Achilles obendrein,
ein Dutzend Mal: 'Gesundheit' schreien.
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AV 19

Wasser ist sein Element,
das er vom Pool zuhause kennt.
Hundepaddeln hat da gereicht
oder tauchen noch, vielleicht.
Ein Schwimmkurs soll Achilles trimmen,
um sicher und gekonnt zu schwimmen.
Der Bademeister kriegt 'nen Schock,
als er gleich springt vom Einer-Block
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AV 20

Nach dem Schwimmen, heißes Duschen,
schnell in die Kabine huschen.
Achilles fertig schon zum Gehen.
'Britta wird doch Spaß verstehen?'
Gleich wird ihr heiteres Summen,
nebenan, plötzlich verstummen.
Die Gummi-Tarantel zappelt echt,
als Britta einen Schreikrampf kriegt.
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AV 21

Das Personal kommt angerannt,
den Rettungskoffer in der Hand,
Achilles fönt sich schon die Haare,
macht Platz für eine Krankenbahre.
Die Kabinentür ist aufgebrochen,
Britta schreit wie abgestochen.
,Was hat die Ärmste', fragt er nach,
,an solch schönem Badetag'.
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AV 22

Mama Achilles wartet schon
mit dem Auto auf den Sohn.
Sie fährt los und fragt den Knaben,
warum alle so geschrien haben.
"Britta mag solch Tiere nicht",
hält ihr die Spinne vors Gesicht.
Mutter schreit und bremst rasant.
Der Hintermann hat's nicht erkannt.
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AV 23

Riesenknall und Riesenschreck
kommt hinten nun vom Autoheck.
Im Blech vereint stehen zwei Karossen
am Straßenrande ganz verdrossen.
Die Stimmung frostig und verklemmt,
das ändert sich bald vehement,
als Achilles aus den Trümmern sinkt
und dem Fahrer hinterm Airbag winkt.
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AV 24

Kaum hat sich der Rauch verzogen,
der Rettungsdienst ist abgeflogen,
da sucht mit barschem Unterton
die Polizistin nach den Gründen schon.
Und Mutter stammelt: Da, da, war..
ein Riesenuntier, sonderbar.
Achilles mit der Tarantel winkt,
als die Beamtin niedersinkt.
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AV 25

Der Abschleppdienst zuhause hupt,
Papa Achilles wütend tobt,
vom Haken kracht mit dumpfem Ton,
sein Lieblingsding aus Blech und Chrom.
Beschwichtigungen tuen nun Not:
Hinter uns, da war der Idiot,
schläft am Steuer bei Gefahr,
ein Glück, dass uns nicht mehr geschah.
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AV 26

Fräulein Engelhard von vis-a-vis,
verläßt den Fensterplatz sonst nie,
kommt schnurstracks angerannt und schreit:
du lieber Gott, du liebe Zeit!
Achilles schmiert mit Lippenstift
indessen sich ein Blutgesicht
und humpelt schluchzend ihr entgegen:
Um ein Haar wer's das gewesen.
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AV 27

Seine Schabernacks bereut
Achilles wirklich hier und heut.
Reichlich Leid ist nun vorhanden,
weil alle keinen Spaß verstanden.
Die Tarantel soll verschwinden,
irgendwo ihr Ende finden
und landet so im blechernen Sarg,
im Briefkasten bei Engelhard.
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AV 28

Am nächsten Morgen, in der Früh,
großes Tamtam herrscht vis-a-vis.
In Achilles Zimmer Blaulicht blinkt,
bei Engelhard der Notarzt winkt,
schreit: Sauerstoff und Valium her!
Da bessert sich der Zustand sehr.
Beim Zeitung holen war der Frau,
plötzlich in den Beinen flau.
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AV 29

Sanitäter rücken wieder ab,
Patientin hat wohl Glück gehabt.
Notarzt mißt noch vitale Daten.
Achilles denkt: worauf noch warten!
Ein Teil aus der Kartoffelkiste
in Doktors Auspuff passen müßte.
Verschiedene Größen sind parat,
schnell vollendet diese Tat.
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AV 30

Da kommt der Arzt schon um die Ecke
und Achilles im Verstecke,
erlebt wie dieser dreimal startet
und auf die Zündung wartet, wartet,
als es plötzlich mächtig knallt,
ein Schuß durch leere Straßen hallt
und als Reflex, gelernt in Kriegen,
sieht man den Doc im Auto liegen.
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AV 31

Wie bei 'Versteckte Kamera',
fühlt sich der Herr Doktor da,
kommt hoch und atmet erstmal durch,
die Angst, inzwischen wie ein Fluch.
Seit der Zeit in Kriegsgebieten
ist dies Manko ihm geblieben
und folglich für den Humanist,
nun seine Achilles-Ferse ist.
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AV 32

Zuhause bessert sich das Klima,
das Leihfahrzeug ist wirklich prima,
man plant gar, wieder lebensfroh,
einen Sonntagsausflug in den Zoo.
Bei Achilles rattern schon Ideen,
dies und jenes könnte gehen,
doch er ist tierlieb, infolgedessen,
sind böse Streiche schnell vergessen.
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AV 33

Beim Tütenfutter an der Kasse,
kam die Idee, es wär doch klasse,
wenn Buschwerk, hohes Gras hier wäre,
etwas Steppen-Atmosphäre.
Drum die Idee, in jedem Beet,
wird Mais und Weizen ausgesät.
Achilles sät, sät mit Vergnügen,
hat kaum noch Futter für die Ziegen.
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AV 34

Geißlein, Mutter, Ziegenvatter,
stecken Köpfe durch das Gatter.
Achilles nutzt die Gelegenheit
hat kleinen Scherz für sie bereit.
Bunte Wäschekammern zieren,
an den Ohren manche Tiere,
da hilft keine Meckerei,
nur die frechsten sind dabei.
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AV 35

Bunt markiert nun diese Herde,
als nächstes kommen nun die Pferde.
Die sind zu groß für eine Spaß,
erst bei den Äffchen lohnt sich das.
An einer Schnur die Leckerei
ziehen sie sich schnell herbei,
doch es will einfach nicht gelingen,
dies durch den Maschendraht zu bringen.
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AV 36

Danach im Hamsterfreigehege,
kleine Nager wuseln rege
flink umher und hoppeln munter
das Gelände rauf und runter,
spielen fangen, haschen,
den anderen am Hintern fassen
und als Achilles mitspielen wollte,
die ganze Meute flugs sich trollte.
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AV 37

Da kommen Schildkröten in Sicht,
fressen Gras und stören sich nicht,
als Achilles einen Panzer schnappt
und 'nen Kaugummi drauf pappt.
Darin steckt das schlaue Kind
ein Fähnchen von Borussia g'schwind.
Künftig ist nun allen klar,
wer hier sportlich tätig war.
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AV 38

Der Zoobesuch ist nun zu Ende,
man verläßt nun das Gelände
und im Drehtor, ganz verschmitzt,
hat Achilles den Gedankenblitz:
beim nächsten Male wird das der Hit,
ich nehm ein Fahrradschloß mir mit,
es paßt tatsächlich wunderschön,
hier ans Drehkreuz dann - beim Gehen.
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AV 39

Eines Tages schreit Papa: Sofort!
Achilles eilt nun zum Rapport.
Vorbei sei nun die Spielerei,
mit Streichen, Spaß und Dererlei.
Der Ernst des Lebens nun beginnt,
du kommst in die Schule, Kind!
'Ich weiß, ich weiß, da ist was los,
meistens stören die Lehrer bloß'.
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AV 40

Der Tag der Tage rückt heran
und es reift der erste Plan.
Achilles weiß noch nicht so recht,
wie tickt hier das Lehr-Geschlecht.
Sind das trockne Bürokraten,
die keine eigene Kindheit hatten,
machen dem Lehrauftrag anstatt,
alles Kreative platt?
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AV 41

Während Rektor in der Aula spricht,
von Lebenszielen und Verzicht,
hat Achilles keine Zeit versäumt,
heimlich die Zuckertüte umgeräumt.
Der alte Wecker tickt nun darin,
erfüllt jetzt endlich seinen Sinn.
Alles abgelegt vorm Lehrerzimmer
und Herr Rektor spricht noch immer.
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AV 42

Ganz plötzlich die Sirene geht,
das Publikum erschrocken steht,
„Verlassen sie nun das Gelände“,
beschwichtigend sind Rektors Hände.
Es quietschen auf den Schulhof Reifen,
und Polizisten zu den Waffen greifen.
Achilles auf dem Heimweg spricht:
Der erste Tag war gar nicht schlecht.
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