Sinniges - Seite 5
SCHAU INS LAND
Krasse Farbenpracht
das Sonnenlicht entfacht,
Azur und Waldesgrün
als Basis wir erspähen,
das Ackerbraun hernach
grenzt an den Silberbach.
Gold'ne Ähren schwingen vor,
wie ein hoher Teppichflor,
rapsgelb leuchten Flicken
das Auge zu erquicken.
Dann zu deinen Füßen
lassen bunte Kleckse grüßen,
von Blumen, Korn- und Mohn-
gibt's rot und blau zum Lohn,
lila, weiß, gestreift, gescheckt,
ist im hohen Gras versteckt.
Zu schauen all dies, welches Glück
bevor das Augenlicht entrückt.
IHR DA DRAUSSEN
(vertont)
Viele seid ihr da draußen - viele,
mit so manchem hehren Ziele.
Nun nehmt die Welt in eure Hände,
es ist Zeit für eine Wende.
Wozu Grenzen noch bewachen?
Außerirdische bloß lachen,
die kleine, blaue Perle neigt,
nicht gerad‘ zur Einigkeit.
Ref.: Neue Helden braucht das Land,
mit Idealen und Verstand.
Nun ihr da draußen, allemal,
kommt aus eurem Jammertal,
bedenkt doch, was wir seit Langem,
alles, alles schon errangen.
Erkennt das Gute und bewahrt,
uns die humane Lebensart.
Der Fortbestand dieses Planeten,
wird nicht gesichert durch Raketen.
Ref.: Neue Helden braucht das Land,
mit Idealen und Verstand.
Kommt ihr da draußen, schwören
wir uns einander zuzuhören,
es braucht Sprache und Verstehen,
auch mal Fehler einzusehen.
Nur gemeinsam kann es gelingen,
die Zukunftsfragen zu bezwingen,
wenn einst Feinde Freunde werden,
wird es doppelt schön auf Erden.
Ref.: Neue Helden hat dann das Land,
mit Idealen und Verstand.
Viele wärt ihr da draußen - viele,
mit so manchem hehren Ziele,
mit neuer Welt in euren Händen,
sollte diese lang nicht enden,
lang nicht enden,
nicht enden.
FRÜHLINGSMORGEN
Noch liegt Tau auf frischem Grün,
schon dringen Sonnenstrahlen hin,
zarter Dunst steigt aus den Auen,
Schleierhaftes ist zu schauen.
Der warmen Strahlen angesichts,
steiget auf, wie aus dem Nichts,
Wiesengrund und Blütenpracht,
ein ferner Gipfel herüber lacht.
Der frühe Vogel schon, da vorn,
findet seinen ersten Wurm.
So klart auf, der junge Morgen,
mit Wonne, Lust und ohne Sorgen,
und reiht sich ein, als Siegermacht,
über eine dunkle Nacht.
GUTE AUSSICHTEN
Willkommen nun im Lenzen,
wir sprengen alle Grenzen,
breiten die Arme hoffnungsvoll
und pfeifen auf den Wintergroll.
Vergessen nun die dunklen Zeiten,
Licht und Sonne uns nun leiten,
mit Zuversicht, der neuen Macht,
uns wieder eine Zukunft lacht.
Die Natur zeigt wie es geht,
wie alles wieder neu entsteht,
aus altem Holz und Samenkorn,
beginnt das Leben stets von vorn.
Drum lasset doch in diesen Tagen,
uns nicht verzweifeln, nicht verzagen,
irgendein ein Spross, ein Keim, ein Samen,
lebt weiter stets, in unsrem Namen.
VON UTOPIA
Es gibt ein fernes Land,
das bisher noch niemand fand,
da herrscht Frieden und nicht Krieg,
dort zählt Liebe und nicht Sieg,
und die Natur gilt als ein Schatz,
hat ihren unbestrittnen Platz.
Die Mitgeschöpfe haben Wert,
werden dort nicht tot verzehrt.
Luft und Wasser sind geschützt,
weil das der Gemeinschaft nützt
und die Ressourcen allgemein,
setzt man äußerst schonend ein.
Es gibt kein arm, es gibt kein reich,
alle sind in etwa gleich,
so ist Neid und Missgunst selten,
anders, als in anderen Welten.
Arbeit gibt dem Leben Sinn,
ist für den Selbstwert ein Gewinn.
Es bleibt auch Zeit zum Reflektieren,
zum Denken und Philosophieren
und für die Kunst und für das Reisen,
muß man sich kein Bein ausreißen.
Zur Gesundung eines Artgenossen,
wird was möglich ist beschlossen.
So ist es doppelt schlimm zum Schluß,
wenn man am End dort (doch) gehen muß.
LEBENSORDER
Oh wie flüchtig ist die Jugendzeit,
weht mit den Wolken rasch dahin.
Kaum steht das Leben Dir bereit
und sucht nach einem Sinn,
da zieht das Schicksal seine Fäden
hat für dich einen eigenen Plan,
fragt nicht nach Opfer oder Schäden,
oder: was hab ich da getan!
So stellt der nächste Augenblick,
gar ein ganzes nächstes Jahr,
in Gesundheit und in Glück,
ein Geschenk des Himmels dar.
Ziehen mal dunkle Wolken herauf,
fallen Schatten auf die Seele,
dann nehme das in Demut auf,
sind vom Schicksal nur Befehle.
VOM HERZEN DANK
Schon im Mutterleibe - irgendwann,
dein rhythmisch‘ Lebenswerk begann,
seit Licht und Luft, dem ersten Schrei,
bist du maßgeblich dabei.
Aus klein und wackelig auf Erden,
sollte bald ein Wildfang werden,
das Wirken in der jungen Brust,
vital und voller Lebenslust.
Nach der Zeit mit Sport und Spiel,
Lernen nun das Lebensziel.
Dein Schlagen dabei unbeachtet,
als selbstverständlich nur betrachtet
und als der Puls nach oben schießt,
bist du zum ersten Mal verliebt.
Bei Aufs und Abs gibt‘s viel zu tun
und du kannst nicht einmal ruhen.
Nach milliardenfachem Schlagen,
leicht holprig in den alten Jahren,
ist noch unbekannt der Tag,
von deinem allerletzten Schlag.
Ich nutz die Zeit, um in Gedanken,
dir bereits jetzt: herzlich zu danken.
OHNE OBDACH
Wer abfällig vom Penner spricht,
kennt meistens seine Vita nicht.
Kaum einer kommt so auf die Welt,
ohne Bleibe, ohne Geld.
Oft hat das Schicksal zugeschlagen,
sich etwas tragisch zugetragen,
vielleicht liegt eine Krankheit vor,
weswegen man den Job verlor.
Natürlich kennt man auch den Faulen,
nichts arbeiten und bloß maulen,
den Nichtsnutz, wie’s der Name sagt,
der stets nur jammert oder klagt.
Oder ist da nur einen Träumer,
ein bummeliger Pflichtversäumer?
Ein Macher der in Pleite ging,
zu sehr seiner Idee anhing?
Und sicher sind da auch bislang,
viele alkohol- und drogenkrank.
Urteil und Abscheu aus der Ferne,
gibt es leidenschaftlich gerne,
aber Gesellschaft in unsren Tagen,
sollte die Gründe hinterfragen.
Apropos:
Auf Französisch klingt Clochard,
für Obdachloser romantisch, gar.