Schmunzler - Seite 1

ALLERLEI FUSS

Man tritt die Ehre mit dem Schuh.
Als Symbol für Strassendreck
ist der FUSS Gesellschaftsschreck.
Seine Waschung ganz vertrackt
ist gar ein religiöser Akt
und ein devoter Schritt dazu.

So färbt sein mieses Image ab.
Im morgendlichen Konterfei
ist der KRÄHENFUSS dabei.
Es wird Zerfall uns angezeigt,
ein HASENFUSS, wer dies verschweigt,
auf unserem Weg zum Grab.

Ein Schicksalswink von droben:
Es sei der PFERDEFUSS am Leben,
das wir dem Tod entgegen streben.
Klingt alles negativ, ich find,
nur einzig unbescholten sind,
die „GÄNSEFÜSSE" unten, oben.

ALLES DUFTE

Die Nase wittert Ungemach,
der Kopf dreht in den Wind,
Rezeptoren fragen nach,
ob diese Mischung stimmt.
Leiche oder toter Hund,
irgendetwas in Verwesung,
der Gestank ist ungesund
und schreit nach einer Lösung.
Eine Spur führt zu den Füßen,
hier müffelt das Genie
und liefert so mit duften Grüßen,
die neuste Quanten-Theorie.

ANGELSACHSEN

Nach Britanien kamen seinerzeit
Eroberer gezogen,
sie waren aus Sachsen und bereit
den Aufstand dort zu proben.
Sie besetzten alles und fortan
waren sie dabei,
zu leben dort vom armen Mann
und der Fischerei.

Vom Angeln und woher sie kamen,
daraus entstand ihr Namen.

AUF DER RENNBAHN

Schnauben markig schallt,
Hufe scharren wild.
Eingesperrte Urgewalt
es zu fesseln gilt.

Leiber dampfen schon,
suchen den Entscheid.
Reiter auf dem Lederthron
wie zum Sprung bereit.

Starterbox gibt frei
das tierische Geschoß.
Das Geläuf zu Brei
zermalmt der Pferdetroß.

Lang gestreckt galopp,
Konkurrenten scheitern.
Unerreichbar topp,
vorn der Spitzen-Reiter.

BERGTOUR

Kraxeln durchs Gelände,
bergab und bergan,
wie ein Gamsbock behende
so geht es voran.
Über Steine und Stecken
hinauf zu dem Joch,
durch Spalten und Hecken
ich stürmerisch kroch.
Zu wild wohl mein Tun,
hier in Oberstaufen,
hab ein Gipsfuß nun,
war 'dumm' gelaufen.

DANKE THERAPEUTIN

In persona graue Maus,
gesenkter Blick, entlang der Wand,
so verließ ich stets mein Haus,
bis ich deine Praxis fand.

Lag auf deiner roten Liege
ganz entspannt in Trance,
sah zurück bis in die Wiege,
gab dem Leben eine Chance.

Wie Phönix aus der Asche
und Popeye nach Spinat,
steht dank deiner Masche
der Supermann parat.

Ich bin nun 10mal besser,
im Hochmut schon vollkommen,
hab selbst Macky Messer
seinen Schneid genommen.

DER GUTE RUF

Durch den Urwald schallt ein Schrei
markerschütternd klingt es her,
von fern strömt jeder schnell herbei,
zu schauen, was ist der Begehr.

Da hebt erneut der Meister an,
schürzt seine Hände um den Mund,
nur ein Krächzen hört man dann,
das klingt nicht gesund.

So ist man dem Katarrh empört,
hat Tarzans guten Ruf zerstört.

DER SCHEIN TRÜGT

Steh in einem Blütenmeer
der Duft erfüllt den Raum.
Ja, ich wünschte wirklich sehr,
es wär nicht nur ein Traum.

Werf‘ beglückt zwei Hände voll
himmelwärts nach oben,
mit Glitzern, Blinken, farbentoll,
sinken sie zu Boden.

Elektrisiert von dieser Pracht
raschelt jeder Tritt,
selten spürt‘ ich solche Macht,
bei jedem kleinen Schritt.

Doch Vorsicht gilt bei jedem Wisch,
denn der Druck ist noch zu frisch.

DER SONDERFALL

Ein Weichtier liegt am Wegesrand
und rutscht auf seinem Schleim.
Es wirkt harmlos und entspannt,
doch hier trügt der Schein.

Denn schlägt es Schneisen im Salat
und killt den Rittersporn,
drohe ich mit dem Dschihad
und mit Schneckenkorn.

Von der Drohung ausgenommen
sind Mutanten-Schnecken,
die eingetütet zu mir kommen
und nach Lakritze schmecken.

DIE WEINPROBE

Dekantiert und karaffiert,
gut gekühlt, wohl temperiert,
so stehen sie in Reih und Glied,
sind gespannt, was nun geschieht.
Der erste Schluck wird nun beäugt,
ob Farb- und Reinheit überzeugt,
dann das Bukett, die Nase checkt,
welch Aroma drinnen steckt,
jetzt endlich muss der Gaumen ran,
ist sich nicht sicher, dann und wann,
ein frisches Schlückchen wird bestellt,
bringt sogleich Klarheit in die Welt.
So geht der Reigen zehn Mal rund,
dem Kellermeister wird's zu bunt.
Dann in der Früh, das Schädelpochen,
vergeht erst nach dem Kaffee kochen,
und der WC-Gang macht's gewiss,
"Im Abgang blumig" war Beschiss.

ELSTER

Sie blickt von höherer Warte nieder,
im Ornat aus Amtsgefieder,
diebisch, schlau, voll Raffinesse,
kennt sie alle Tricks und Späße.
Findet schnell jedes Versteck,
erforscht beharrlich jedes Leck.
Wenn nur kurz die Schätze blinken
sieht sie ihre Chance winken,
überrascht die schlauesten Leute,
schnappt sich blitzschnell ihre Beute,
bringt sie sicher in ihr Nest,
dir bleibt nur der bittere Rest.
Du kriegst von ‚Elster‘ nichts geschenkt,
ein Schelm, wer ans Finanzamt denkt.

FREMDSPRACHE

Lodenfarb'ne Herrn bei Nacht
durchstreifen das Revier,
das Leben ist noch nicht erwacht,
schon liegt die Strecke hier.
Debatten über Balg und Schweiß,
von Hetze und Geläut,
von Spur und Pass, wie einer weiß
und dem guten Anschuss heut.
Totverblasen nun die Jagd,
das Wildbret ist gezählt,
kurios was heute Nacht geschah,
nicht von dieser Welt.
Mit Wolpertinger, Rasselbock
gab's ein Stelldichein.
Die Fantasie im grünen Rock,
nennt man Jagdlatein.

GMBH

In Beschränktheit haften
ist kein guter Weg.
Man kann viel verkraften,
wenn man zusammen steht.
Die Hilfe gegenseitig
ist ein sozialer Akt,
darum sei nicht beleidigt,
wenn es dich einmal packt.
Tausend Blicke ruhn auf dir,
deine Kumpels johlen:
"Du bist unser Bester hier,
- Geh Mal Bier Holen !"

IM HAFEN

Der Kutter hat bei Nacht
die Beute heimgebracht,
dem Meere abgerungen,
wilden Sturm bezwungen.

Jetzt flinke Finger im Akkord
puhlen kleinen Panzer fort
und so landen alle tot
auf meinem Krabbenbrot.

IN DER BAUMSCHULE

Ordentlich und stramm und grade
Stehn jung und alt in einer Flucht,
aufmarschiert wie zur Parade,
Auserwählte edler Zucht.

Liebevoll in Form getrimmt
mit dem grünem Daumen,
Ist ihre Nutzung vorbestimmt,
dem Laien zum Erstaunen.

Dann die frevelhafte Tat,
der Raubzug über Nacht,
herausgerissen rabiat
und heimlich fortgebracht.

Gendarm ermittelt tatenfroh,
durchschaut die arge List,
vermutet, dass hier irgendwo
ein böser Strauchdieb ist.

IN SEHNOT

Den klaren Blick wir lieben,
ungern Fischen wir im trüben.
den Durchblick will man haben,
Licht ins Dunkel tragen.
Das Trübe stört da allemal,
unscharf geht auf keinen Fall.
Kontrastarm oder flimmern,
das geht nie und nimmer.
So wird geschraubt, getrimmt,
bis technisch alles wieder stimmt.
Doch wenn die Sinne schwinden,
läßt sich kein Stellknopf finden.
Zeigt die Natur erst ihre Macht
dann wird es unaufhaltsam Nacht.
Erblindet auf dem Meer des Lebens
ruft man nach Rettung nur vergebens
und kann verzweifelt 'Seh-Not' funken,
es kommt die Binde mit den Punkten.

INSTRUMENTALISCHES

Wenn jemand musikalisch ist
spielt er ein Instrument.
Z.B. mal ein Pianist,
der seinen Flügel kennt.
Legt er mit allen Fingern los,
kriegen die Tasten Prügel
- ich brauche jedoch einen bloß,
für meinen Nasenflügel.

LAUFFAUL

Joggen ist ja so gesund
für Kreislauf und für Knochen.
Hängt auch die Zunge ala Hund,
es tut dir gut, versprochen.

Unser Hirn läßt sich verwöhnen
mit Sauerstoff für seine Zellen.
Glückshormone danach strömen
zu den tollsten Körperstellen.

Jung und schlank und fit
gilt als Schönheitsideal.
Auch alte, dicke machen mit
ist es auch eine Qual.

Geparden- und hyänengleich,
fast wie in den Tropen,
hetzen sie im Fitnessreich,
- ich mim' die 'Anti-Lopen'.

LONG DRINK

Eiskalt sprudelt Limonade,
spritzt beim Trinken ins Gesicht,
kitzelt lustig an der Nase,
süße, kleine Brausegischt.

Gelbe, weiße, cola-braune,
leicht mit Alkohol gestreckt,
heben bei mir stets die Laune,
sind als Elexier entdeckt.

Sie beamen mich zum Mond empor
entfernt von allem Übel,
manchmal glaub ich, wie ein Tor,
sie verleihen mir Flügel.

MÄRZEN - WINTER

Ostwind treibt den Schnee in Wehen,
man kann die Welt nicht mehr verstehen.
Auch die Störche machen kehrt,
was ist die Sommerzeit noch wert?

Der Dachs dreht sich noch einmal um,
die Osterlämmer schauen dumm,
angesichts der weißen Pracht
glauben sie an Heilig Nacht.

Doch plötzlich, da am Thermometer,
zu Ende ist nun das Gezeter,
wir haben Ostern und es taut,
ich glaub, Fr. Holle hat Burnout.

MENSCHHEITSTRAUM

Seit es auf der Mutter Erde,
außer mancher Affenherde
und freier, wilder Kreatur,
den Menschen gibt in Wald und Flur,
besteht für Letztere der Traum,
wenn sie nachts zum Himmel schauen,
zu den Sternen hoch zu fliegen
und Raum und Zeiten zu besiegen.
Jahrtausende gingen ins Land
bis dieser Traum Erfüllung fand.
Nach dem Triumpf der Mondfahrt-Tage
stellt sich allerdings die Frage:
Lieber Mensch, was willst du tun,
welchen Wunschtraum träumst du nun?
Behält die Werbung recht beim Ziel,
als nächstes macht uns Mars mobil?

REISEFIEBER

Wellen kommen, Wellen gehen,
wollen fremde Ufer sehen.
Die Touries tun es ihnen gleich,
schwappen in das fernste Reich,
reiben sich an fremden Sitten,
wie die Wogen an den Klippen.
Nach zwei Wochen Reiberei
sind scharfe Ecken längst vorbei.
So entstehen runde Kanten,
starke Felsen die versanden,
es folgt der Wunsch nach neuen Kicks,
doch ohne mein Alltours sag ich nix.

VON DER REITEREI

Braune Augen, Wimpernschlag,
die Nüstern zart und weich,
im Galopp die Mähne wehen mag,
voll Kraft und Eleganz zugleich.

Des Menschen Freund und Kamerad
im Krieg und bei den Spielen.
Mal Arbeitstier mit großer Plag',
dann Zentrum von Gefühlen.

Für Amazonen purer Lebensquell,
den Männern zum Verdruss.
Gewarnt sei hier an dieser Stell,
besonders vor dem Pferdekuss.

WETTERPHÄNOMEN

Dunkle Wolkenberge jagen
von Westen her über das Land.
Vereinzelt Sonnenstrahlen wagen
sich durch die dichte Wetterwand.
Es treibt der Wind sein wildes Spiel
und peitscht die Gischt drunt‘ am Gestade.
Es herrscht ein mulmiges Gefühl
wie des nachts auf finst‘rem Pfade.
Ein Regenbogen schillert bunt,
und da - plötzlich ein Blitz.
Ich merk, daß ich zu schnell bin und
in einer Radarfalle sitz !

WINTERFAHRT

Graupelgraue Wolken hängen
nieder bis zum Horizont,
schneebedeckte Bäume zwängen
Autolicht in einen Schlund.
Dicke Flocken wirbeln wild,
tanzen vor der Scheibe,
Gestöber aus dem Dunkel quillt
und raubt die Sicht beileibe.
Kommt nun ein Hindernis heran,
ich hoff, dass ich es sehe.
Da liegt ein Haufen auf der Bahn,
die Frau ruft noch: Oh, Wehe !

XXXL

Stetig wachsen und gedeihen,
immer weiter 'Zuwachs' schreien.
Ertragreich und rentabel,
ökologisch akzeptabel,
ressourceschonend obendrein,
so muss das Investment sein.
Plus ist Pflicht beim Kassensturz,
denn das Leben ist so kurz.
So geht mit Zinseszinsen
jede Demut in die Binsen,
vor dem Dasein allgemein
und dem Glück dabei zu sein.
Der Speck wächst permanent
bei den Reichen dieser Welt,
damit nicht platzt das Hosenband
man dafür den Stretch erfand.

ZUM KUCKUCK

Kommt ein Vogel geflogen
setzt sich nieder, verdammt,
ist nicht gen Süden gezogen,
kommt vom hiesigen Amt.

Schnüffelt hier, schnuppert dort,
verweist auf Gesetze,
sucht in meinem Hort,
nach verborgenen Schätzen.

Kann dagegen nichts tun
andere halten die Zügel,
bin ein gerupftes Huhn,
steh nun da ohne mein Flügel.

AUS 1001er-NACHT

Verflixt, sprach der Eunuche,
wie ich meinen Job verfluche.
Ein Körper wie gazellengleich,
die Bronzehaut ist samtig weich,
das Haar im Glanze leicht gewellt
und Lippen, nicht von dieser Welt.
Ich verzehre mich nach ihm allein,
oh, könnt er nur MEIN Sultan sein.

FISCH IST SOOO GESUND

Von Schnepel, Dorsch und Zander
gingen wir auseinander.
Bei Hering, Lachs und Flunder
wurden wir noch runder.
Selbst Tintenfisch und Hecht
bekamen der Taille schlecht.
Und nach den Schillerlocken,
da waren wir echte Brocken.
Am schlimmsten war noch Barsch,
was davon wuchs klingt harsch.
Am Ende sind wir- allerhand,
mit dem Roll-Mops artverwandt.

JEDEM TIERCHEN SEIN ...

Markig ist der Spruch am Tresen
cooles Outfit prägt sein Wesen.
Erfahrenheit mit 20 Lenzen
im Unterschied zu andren Stenzen.
Bei harten Ultras ist er 'Member',
kurze Ärmel im Dezember.
Der Körper braun und durchtrainiert,
ein Tigerkopf den Bizeps ziert.
Das Panzerarmband blinkt im Licht,
sein Schlüsselbund ins Auge sticht.
Die Automarke kann bekunden,
von Null auf Hundert 8 Sekunden.
Keine Zweifel, wer den Auspuff hört,
dass hier ein echter Platzhirsch röhrt.