Lyrics - Seite 4
OUTFIT
Am Krabbeltisch des Lebens
da wuselst du vergebens,
was dir stehn und passen könnte
entsprechend dem Talente,
daß wird dir schon bereitgestellt,
als Uniform für diese Welt.
An dir selber liegt es schon,
trägst du diese mit Fasson,
mit Demut und in Würde
und keinesfalls als Bürde.
Nach und nach kann es dir glücken
das Spiegelbild etwas zu schmücken,
mit Reife, Empathie und mehr
steckt bald ein Orden am Revers.
Du erwiderst manch’ Charade
und der Rücken bleibt stets gerade
und Kopf hoch mit sauberer Weste,
gibst du immer nur das Beste.
Wenn das zeitlebens dir gelang,
sei vor dem Ende auch nicht bang,
liegst du im Sarg in deinem Sack,
ist das in Wirklichkeit ein Frack.
GLASKLAR
Man schaut durchs Fenster in die Welt,
der Blick ist frei und unverstellt
und dennoch ist da irgendwas,
vermutlich wohl das Fensterglas.
Lärm und Geruch sind außen vor
und die Geräusche der Natur.
Man hält Kontakt rein visuell,
vermißt das Andere aber schnell.
Drum öffne deinen Fensterladen,
alle Sinne können baden,
denn das Leben tritt herein,
mit Schatten und mit Sonnenschein.
Das Heim sei dein geschützter Hort,
dein Wohlfühl- und dein Rückzugsort,
aber niemals hinter Glas und Gittern,
sollen gefang’ne Seelen zittern.
GEFANGENENLAGER
Ich bin in einem Tal voll Tränen,
seh all das Bangen, Warten, Quälen,
wie Arme nach dem Licht sich strecken,
wenn kleine Funken Hoffnung wecken.
Geschund'ne Seelen atmen tief,
als jemand nach Erlösung rief.
Das Heer der Ausgestoßnen schreit:
'Erbarmen' und 'Gerechtigkeit'!
Blutleer und mit hohlen Wangen,
rotten alle sich zusammen,
um mit dem letzten Lebenswillen,
die Eisengitter zu bezwingen.
Der Ausbruch eine wahre Schlacht,
die Höllenwächter umgebracht,
der Wind der Freiheit streicht durchs Tal,
säubernd, bis zum nächsten Mal.
DER FLUSS DES LEBENS
(vertont)
Die Geburt, ein klarer Quell,
ein Rinnsal bloß an dieser Stell,
krabbelt, tastet sich voran,
um manches Hindernis sodann
und mit größeren Schritten bald,
als Bächlein sprudelnd durch den Wald.
Quirlig und mit frischem Wind,
hinab, um jeden Fels geschwind,
plätschert, plappert froh das Naß,
ein Wildbach nun, ein Lebensspaß.
Da deutet fernes Tosen an,
den pubertären Neuanfang.
Ref: Fließe nur, du Bach des Lebens,
fließe, fließe nicht vergebens.
Bodenlos der Sturz ins Leere,
vom Katarakt ins Ungefähre.
Neu sortiert und reichlich weise,
gehts nun eben auf die Reise.
So mancher Zufluß unbemerkt,
dir Energie und Macht verstärkt.
Als großer Strom mit Tat und Kraft
der macht und tut und alles schafft,
hast du das Lebensziel erreicht,
bist stark genug für lange Zeit.
Und plötzlich weitet sich das Feld,
die schiere Wucht zerrinnt, zerschellt.
Ref: Fließe nur, du Strom des Lebens,
fließe, fließe nicht vergebens.
Im Delta nun, ruhig und gelassen,
zerteilen sich die Wassermassen.
Am Horizont ein fernes Blau
markiert das Endziel nun genau.
Im endlos großen Meer der Zeit,
bist du ein Tropfen Ewigkeit.
Ref: Ruhe nun, du Fluß des Lebens,
dein langer Weg war nie vergebens.
Ruhe im Meer der Erkenntnis.
Ruhe. Ruhe. Ruhe.
WEIHNACHTSBITTEN
(vertont)
Über alle Länder - weit,
legt sich nun die Weihnachtszeit,
hat sie uns alsbald beschieden,
den gnadenvollen Frieden?
Ref.:
Oh, komme nur, wir warten schon,
oh, komme nur wir warten schon.
Es soll diesmal gelingen,
Vernunft wird es uns bringen,
drum laßt uns alle beten,
gegen Bomben und Raketen.
Ref.:
Ach, komme nur, wir warten schon,
ach, komme nur, wir warten schon.
Aus höheren Sphären, guter Geist,
uns vom Bösen bald befreist,
wir ersehnen hier mit offenen Armen,
deine Gnade und Erbarmen.
Ref.:
Oh, komme nur, wir erwarten dich,
oh, komme nur, wir erwarten dich.
Bezwinge unsre Unvernunft,
auf das die Liebe wieder trumpft,
Geist der Weihnacht schwebe nieder,
versöhne alle Feinde wieder.
Ref.:
Ach, komme doch zum Fest, fürwahr,
ach, komme doch zum Fest, fürwahr.
Über alle Länder - weit,
legte sich die Weihnachtszeit,
hat sie uns nun beschieden,
den gnadenvollen Frieden?
GROSSER UNBEKANNTER
Deine starke Hand
beschützt mich Tag und Nacht,
ist wie ein ehernes Band,
das da behütend wacht.
Bei vielen dunklen Mächten
und Dämonen in der Welt,
bist du stets der Gerechte,
der schützend zu mir hält.
Bist du auch nicht zu greifen,
hast du auch kein Gesicht,
doch ohne deinesgleichen,
gäb es mich lange nicht.